Nachhilfe ist kein Allheilmittel gegen schlechte Schulleistungen. Für das Versagen oder das Absinken von Schulnoten kann es vielerlei Gründe geben, und wenn diese nicht abgeklärt bzw. beseitigt werden, wird der Nachhilfeunterricht sein Ziel nicht erreichen. Schulleistung kommt nicht nur durch Intelligenz, Begabung, Kreativität und Fleiß zustande, sondern auch durch den Einfluss der familiären und schulischen Situation. Bevor man sich für Nachhilfe entscheidet, gilt es also die zumeist komplexen Ursachen für die schlechten Noten herauszufinden. Dabei können Klassen- und Fachlehrer helfen. Der Beratungslehrer kann feststellen, ob es sich um eine zeitlich begrenzte oder eine grundlegende Leistungsschwäche handelt. Sollte der Anlass in der familiären Situation begründet sein, könnten die Familienmitglieder gemeinsam in einem ruhigen, sachlichen Gespräch das auslösende Problem herausfinden und beseitigen. Der Gedanke und die Aussicht auf einen Schulartwechsel können für den Schüler sehr erleichternd und motivierend wirken. Fällt das so genannte "Problemfach" weg, kann dies geradezu zu einer "Leistungsexplosion" in anderen Fächern führen.

Nachhilfe ist zumeist sinnlos,

Vor allem im letzten Fall muss eine Hilfe angeboten werden, die sich weniger auf das Schließen von Lücken im Unterrichtsstoff bezieht als vielmehr auf die Beschäftigung mit dem psychologischen Hintergrund.

Nachhilfe kann sinnvoll sein,

Kurz gesagt, Nachhilfe kann bei vorübergehenden Leistungsschwierigkeiten eine gute Hilfe sein. Eigene Einsicht und Leistungsbereitschaft gehören aber zu den entscheidenden Voraussetzungen.

Nachhilfe kann dem Schüler das eigene Lernen und Wiederholen des Stoffes nicht abnehmen!

Nachhilfe soll

Wunder treten selten ein. Nachhilfeschüler und Eltern sollten beispielsweise nach einer Note 6 die Note 5 als Leistungssteigerung anerkennen.

Die eigenen Eltern sind nicht unbedingt als Nachhilfelehrer zu empfehlen. Zwischen Eltern und Kindern besteht in der Regel eine starke gefühlsmäßige Bindung, die sich hemmend auf die Nachhilfe auswirken kann. Umgekehrt ist es sogar möglich, dass Nachhilfe ein gutes Verhältnis entscheidend stört (z.B. durch die Ungeduld der Eltern).

Mit einer fremden Person, einem Fachlehrer oder oft auch einem älteren Schüler ist der Nachhilfeschüler eher zum Lernen bereit als mit den Eltern. Zudem können sich ältere Schüler häufig an ihre eigenen Verständnisprobleme erinnern und deshalb zielsicher die so genannten „Knackpunkte" angehen.

An Lerngruppen sollten nicht mehr als fünf Schüler teilnehmen. Nachhilfeunterricht in Lerngruppen erscheint etwa einen Monat mit einer Gruppensitzung pro Woche sinnvoll. Wenn davon ausgegangen werden kann, dass die optimale Konzentrationsspanne etwa 20-30 Minuten beträgt, dürften ca. 60-90 Minuten pro Nachhilfeeinheit ausreichend sein.

Erstellt unter Verwendung von Material der Staatlichen Schulberatungsstelle Niederbayern bzw. Oberpfalz

Nur zur Information:

Einige Schüler der Leo-von-Welden-Schule besuchen im aktuellen Schuljahr Nachhilfeunterricht beim Mini-Lernkreis. Deren Informationsbroschüre stellen wir Ihnen hier als Download [89 KB] zur Verfügung.